Home arrow Ute Schörnig

unser
Home
Sphynx
Kitten
Affen
Skinny´s
Fotoalbum
Gästebuch
Impressum
Kontakt
Links
**********
Wer ist Online
Aktuell sind 7 Gäste Online

Ute Schörnig

Total auf den Hund gekommen

Ich bin in mehreren Welten zuhause. In der bürgerlichen Welt Erfurts als Ute Schörnig. In der Orientszene bin ich besser bekannt unter dem Künstlernamen Madame Dschamila. Und in der Hundlerszene als Frauchen von Salome und Abu Shah. Ein Leben in bunten Farben. Dabei ist es noch gar nicht solange her, dass ich aus einer eher farblosen Welt aufbrach.

uschoernigVor 48 Jahren wurde ich, Ute Schörnig, in Erfurt geboren. Eine alleinerziehende Mutter von drei Söhnen war ich, arbeitete als Krankenschwester und wohnte in einem grauen Plattenbau am Rande der Stadt. Das wäre wohl auch so geblieben, wenn nicht 1989/1990 die Wende gekommen wäre. Die Wende wirbelte nicht nur das durcheinander, was einmal die DDR gewesen war, sondern auch das Leben von mir, und setzte dabei Positives wie Negatives frei.

Zum Beispiel wurden nach der Wende nicht nur zahlreiche Arbeitskräfte freigesetzt, wie die Abwickler ihre Massenentlassungen so gerne verbal verhüllten. Die Arbeitslosigkeit von mir setzte auch positive Kräfte frei, die der Alltag zuvor zugedeckt hatte. Zum Beispiel meine Kreativität und mein Interesse an dem, was das Leben reich, bunt und interessant macht.

Prinzessin aus 1001 Nacht

Schon als Kind träumte ich davon, einmal so wie Prinzessin Scheherazade aus 1001 Nacht zu sein. Diesen Traum kam ich einen Tanzschritt näher, als ich 1992 von einem Heidelberger Oberstudienrat zum ”Orientalischen Tanzfestival Europa” nach Frankfurt/Main eingeladen wurde. Das jedoch mit Folgen! Der ”Bazillus” mit dem ich mich dort ansteckte, ließ mich seither nicht mehr los. Vier Jahre lang studierte ich bei Bauchtanzszenengrößen wie Saida, Momo, Kadous und Gamal Seif und bildete mich in Wochenendseminaren zur Orientalischen Tanzlehrerin aus. Schon nach einem Studienjahr gab die vermutlich erste Bauchtänzerin Thüringens an der Erfurter Volkshochschule Kurse im Orientalischen Tanz. Den Erfurterinnen gefiels, ihren Männern wohl auch.

An der Gera und auf dem Nil

Schon im Jahr darauf traute ich mich als ”Madame Dschamila”, so mein Künstlername und auch innerliche Motivation, vor fachkundiges Publikum, tanzte 1994 auf einer Hochzeit in Istanbul und 1995 auf einem Nilschiff in Ägypten. Mit Erfolg! Weitere Engagements folgten. Selbst das Fernsehen wurde auf mich aufmerksam und drehte über mich eine Reportage. So bin ich heute längst über die Grenzen Erfurts hinaus bekannt und gefragt. Am 08. November 2003 führte ich zum Beispiel in Fürstenfeldbruck mit dort ansässigen Tänzerinnen das orientalische Tanzmärchen ”Die Sonnentöchter” auf, am 22. November 2003 hatte ich zwei Auftritte im Rahmenprogramm der Messe ”TanzOrientale” in Berlin.

Wichtiger als die künstlerischen Erfolge war aber mit Sicherheit die persönliche Entwicklung. Durch den Orientalischen Tanz entwickelte ich mich zu einer selbstbewußten, mitten im Leben stehenden Frau, die auch nach Niederlagen immer wieder aufsteht.

Über den Bauch und die Sterne

1998 gründete ich mit Gleichgesinnten den Orientalischen Kultur- und Tanzsportverein Erfurt e. V. (OKT). Eines der Vereinsziele: eine sinnliche Horizonterweiterung, d. h. der abendländischen Bevölkerung die Kultur des Orientalischen Tanzes und die Lebensweise des Orientalischen Raums näherzubringen. Zur 1. Vorsitzenden wurde ich gewählt und habe dieses Amt bis heute inne. Der OKT gestaltet Schulprojekttage und schmückt gesellige Veranstaltungen, und Dschamilas Tierpanoptikum (siehe unten) macht sich als Streichelzoo nützlich. Daß diese Aktivitäten wenig mit Kommerz und viel mit ehrenamtlichem Engagement zu tun haben, zeigt sich zum Beispiel bei den großen Tanzgalas, mit denen der OKT einmal jährlich das Erfurter Publikum begeistert. Oder auch bei meiner ehrenamtlichen Mitarbeit im Restaurant des Herzens der Evangelischen Stadtmission.

Seit zehn Jahren leitet Dschamila die Orientalischen Tanzkurse an der Erfurter Volkshochschule und lebt nach dem Motto "Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne". So liebe ich es zu jeder Tages- und Nachtzeit zu essen, ohne das man es mir freilich ansieht.

Die Erotik der Schlangen

Den ausgeprägten Sinn für das Extravagante und Exotische hat der einfache Bauchtanz in mir noch lange nicht befriedigt. Ab 1996 lehrte ich meinen Zuschauern das Gruseln und würzte meine Tierschau mit Schlangen, Spinnen und Skorpionen, bis das Publikum eine Gänsehaut bekam. Auch das Feuerspucken und Feuerschlucken kam hinzu. Wie ”man” spätestens seit Adam und Eva weiß, versinnbildlichen Schlangen die Erotik der Frau, und das Feuer steht für verzehrende Leidenschaft. Das kann ich nur bestätigen, denn mit dem Tanz gehe ich voll auf und er hilft mir, mein Gefühl nach außen zu zeigen.

Mustafa und die Tiere

Außerdem haben Tiere im Gefühlshaushalt einen entscheidenden Vorteil gegenüber Männern. Sie enttäuschen nicht. Nicht zuletzt sind sie geduldiger als Menschen. Davon profitiert nicht zuletzt auch mein Sohn Oliver, der geistig leicht behindert jüngste Sohn. Die Tiere helfen ihm, Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln, sie vermitteln ihm risikolose Erfahrungen im Umgang mit Gefühlen. Und sie geben ihm eine Aufgabe, die mit Erfolgserlebnissen verbunden ist. Als ”Mustafa” assistiert er mir bei meinen Auftritten mit Tieren. Mittlerweile hat er neun Schlangen zu betreuen, fünf große und vier kleine, dazu das zugehörige Futter (Ratten, Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen).

Es kamen aber auch weitere Tiere dazu, die nicht zum Verzehr bestimmt sind: eine Bartagame, drei Schildkröten, das Paar Zwergseidenäffchen, das Sumpfkrokodil und der Chinaalligator, die zwei Leguane und anderes mehr. Unter dieser Vielzahl von Tieren spielen allerdings vier eine besondere Rolle. Vom Leben teilweise enttäuscht bin ich auf den Hund gekommen. Vor drei Jahren legte ich mir eine Afghanenhündin zu (Salome). Aber nicht genug damit, so habe ich mir in den letzten Jahren zwei ganz reizende Chinese-cresdet-hairless-Hündinnen, einen schwarzen Powder-Puff und einen Mexikaner-Xolo zugelegt. Im Unterschied zu den anderen Tieren fanden die Hunde gleich Familienanschluss. Wir alle sind ein unzertrennliches Team. Und das nicht nur beim Besuch von Hundeausstellungen. Hunde sind für mich der beste Partner, ehrlich, treu, anhänglich. Ich bin für sie da, sie für mich. Es gibt nichts schöneres als nach dem Tagwerk und vor dem Schlafen mit den Hunden Gassi zu gehen – das ist Entspannung pur.

Zukunftsträume

Na ja, fast wunschlos. Aber wenn jetzt die berühmte Fee mit den drei Wünschen käme, müsste ich nicht lange überlegen. Ich wünsche mir erstens für meinen jüngsten Sohn, dass er gesund bleibt und auch beruflich eine Perspektive bekommt. Und für mich zweitens selbst wünsche ich eine Festanstellung, vielleicht bei einem Projekt mit Tieren, im Kultur- oder Sportbereich und drittens – das verrate ich nicht (vielleicht doch ein Traumprinz der mir über den Weg läuft, der genauso verrückt und tierlieb ist wie ich...?)

 
© 2010 qurra-tul-ain